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Lia Abuladze/Andreas Ludden, Lehrbuch der georgischen Sprache, Helmut Buske Verlag 2006, 34,80€.

Für Lehr- und Wörterbücher in Sprachen die jenseits des Tellerrands von Langenscheidt, Pons & Co. liegen war der Buske-Verlag immer schon die erste Adresse. Mit dem vorliegenden Lehrbuch ergänzt der Verlag sein Programm für diese alte Kultursprache: Eine Grammatik der altgeorgischen Sprache lag schon länger vor; Heinz Fähnrichs und Surab Sardshweladses von Buske herausgegebenes Altgeorgisch-deutsches Wörterbuch war bis zum Erscheinen des wesentlich umfangreicheren Wörterbuchs aus der Reihe Handbook of Oriental Studies in gleicher Autorschaft und unter gleichem Titel das Standardwerk. Ein Wörtbuch Deutsch-Georgisch/Georgisch-Deutsch erschien 2001. Nun endlich ist auch dieses Lehrbuch des zeitgenössischen Georgisch erschienen.
Ein methodisches Problem, mit dem sich jeder Sprachlehrbuchautor herumschlagen muss, ist die angemessene Kombination von didaktischer und systematischer Darstellung. Die übliche Vorgehensweise ist, grammatische Phänomene schrittweise pro Lektion einzuführen und an Übungstexten zu illustrieren, was jedoch oft zu reichlich absurden, etwa ganz im Optativ Plusquamperfekt Passiv gehaltenen, Texten führt. Das vorliegende Buch vermeidet diese Auswüchse durch eine formale Trennung von didaktischem und systematischem Teil. Die Lektionen selbst sind von Vokabelerklärungen und grammatischen Anmerkungen begleitet und Übungen (inkl. Lösungsschlüssel) festigen die Lerninhalte. Das Buch enthält aber unabhängig davon eine komplette Kompaktgrammatik die alle Phänomene systematisch abhandelt. Das hochkomplexe georgische Verbalparadigma wird mit umfangreichen Konjugationstabellen illustriert. Das georgisch-deutsche Glossar im Anhang bietet die Bedeutung sämtlicher Vokabeln in alphabetischer Ordnung. CDs mit gesprochenen Lektionstexten sind seperat erhältlich. Theoretisch ist damit alles geliefert, was zum autodidaktischen Lernen erforderlich ist. Angesichts der Komplexität der Materie und der überaus nüchternen Gestaltung des Buches erfordert das allerdings extrem viel Motivation und gründliche linguistische Vorkenntnisse. Ob es didaktisch klug ist jeden Lektionstext in auch in Übersetzung abzudrucken sei dahingestellt, aber schaden kann es wahrscheinlich auch nicht. Dieses Buch ist das erste Lehrwerk, das ich in die Finger gekriegt habe und das ausdrücklich angibt welchen Kompetenzgrad im Sinne des Common European Framework (CEF) der Lerner nach Durcharbeitung des Stoffes erreichen kann, nämlich in diesem Fall B1. Das ist sehr viel, wesentlich mehr als nur Hallo – Bitte – Danke – Ja – Nein, das ist schon fließendes Georgisch auf hohem Niveau. Als einbändige Kombination von Lehrbuch, Grammatik und Georgisch-Deutschem Wörterbuch ist dieses Lehrwerk nicht nur auf dem deutschsprachigen Markt einmalig und zu diesem Preis ein echtes Schnäppchen. Kleines Manko: Der systematische Grammatikteil wäre mit detailierterem Index noch besser, dann könnte man z.B. “Negation” oder “transitiv” suchen und auch sofort finden.

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